Für wen ziehst du dich eigentlich an?

Warum bremsen wir uns bei Farbe und auffälligem Schmuck oft selbst? Ich erzähle, wie ich mein eigenes Bild verändert habe – und welche Frage für mich heute zählt.

Auffälligen Schmuck tragen – für wen ziehst du dich an

Inhaltsverzeichnis

Auffälligen Schmuck und Farbe tragen – und warum wir uns selbst dabei oft mehr bremsen als andere

Vielleicht kennst du das: Du siehst eine Frau auf der Straße, in einem Café oder auf Instagram und denkst sofort: Wow, sieht die gut aus.

Nicht unbedingt, weil sie besonders modisch angezogen ist. Vielleicht trägt sie eine ungewöhnliche Farbkombination, eine riesige Brille, knallrote Schuhe oder eine große bunte Kette. Irgendetwas an ihr wirkt selbstverständlich. Als hätte sie morgens nicht darüber nachgedacht, ob sie das „darf“.

Und dann kommt dieser kleine Satz:

„An ihr finde ich das toll. Aber ich könnte das nicht tragen.“

Warum eigentlich nicht?


Früher war mir sehr wichtig, wie andere mich sehen

Ich kenne diesen Gedanken ziemlich gut.

Früher war mir viel zu wichtig, wie andere mich sehen. Ganz besonders mein Mann. Wobei das eigentlich nicht ganz richtig formuliert ist.

Mir war wichtig, wie ich glaubte, dass er mich sieht.

Das ist ein ziemlich großer Unterschied.

Denn natürlich hatte ich Vorstellungen davon, was ihm gefällt. Was er an mir schön findet. Wie ich aus seiner Sicht aussehen sollte. Und ohne dass er mir dafür einen Kleiderzettel an die Kühlschranktür gehängt hätte, beeinflusste das auch, wie ich mich selbst sah.

Irgendwann habe ich damit aufgehört.

Nicht von heute auf morgen und nicht als große Lebensentscheidung. Ich fing einfach an, mich stärker danach zu richten, wie ich selbst aussehen wollte.

Ich wurde bunter. Auffälliger. Ich habe mich selbst viel bewusster inszeniert – und ich benutze dieses Wort ganz absichtlich. Denn Kleidung, Schmuck, Haare, Brille: All das bestimmt mit, wie wir nach außen wirken.

Ich wollte nicht mehr möglichst genau dem Bild entsprechen, von dem ich annahm, dass andere es von mir hatten.

Ich wollte selbst entscheiden, welches Bild ich von mir zeige.

Und dann passierte etwas, womit ich tatsächlich nicht gerechnet hatte:

Mein Mann fand es toll.

Andere übrigens auch.

Da hatte ich jahrelang über Erwartungen nachgedacht, die möglicherweise in erster Linie in meinem eigenen Kopf existiert hatten.

Und während ich hier schreibe und reflektiere, fällt mir auf: Genau das war der Zeitpunkt, als ich anfing Perlen zu machen! Es war der Zeitpunkt, als ich mehr Farbe in meinem Leben brauchte. Ich suchte Schmuck, der zu mir passte. Was ich fand, war mir entweder zu billig oder nicht auffällig genug. Also machte ich mir meine eigenen Glasperlen.

„Das bin einfach nicht ich“

Diesen Satz höre ich auch bei meinem Schmuck immer wieder.

Jemand nimmt eine meiner großen bunten Ketten in die Hand und sagt:

„Die ist wunderschön. Aber das bin ich nicht.“

Und selbstverständlich kann das stimmen.

Nicht jeder Mensch liebt große Ketten. Nicht jeder mag kräftige Farben, ungewöhnliche Formen oder Schmuck, den man sofort sieht. Es wäre ziemlich absurd, wenn ausgerechnet ich jemandem vorschreiben wollte, wie sie auszusehen hat.

Aber manchmal frage ich mich:

Woher weißt du eigentlich so genau, dass du das nicht bist?

Vielleicht hast du es ausprobiert und festgestellt: Nein. Fühlt sich falsch an. Wunderbar. Dann weißt du es.

Vielleicht hast du es aber auch nie ausprobiert.

Vielleicht gibt es dieses Bild von dir schon so lange, dass du gar nicht mehr weißt, wann es entstanden ist.


Wir haben erstaunlich viele Regeln im Kopf

„Dafür bin ich zu alt.“

„Das trägt man in meinem Alter nicht mehr.“

„Das passt nicht zu meiner Figur.“

„Mit grauen Haaren kann ich diese Farbe nicht tragen.“

„So etwas Auffälliges steht mir nicht.“

„Was sollen denn die Leute denken?“

Manche dieser Regeln haben wir irgendwann gehört. Andere haben wir uns selbst zusammengereimt.

Und manche waren vielleicht vor 20 oder 30 Jahren einmal wichtig und laufen seitdem im Hintergrund weiter, obwohl unser Leben längst ein anderes ist.

Gerade beim Älterwerden finde ich das spannend.

Denn eigentlich passiert etwas ziemlich Absurdes: Wir haben immer mehr Lebenserfahrung, wissen immer besser, was wir mögen – und trotzdem werden die Regeln im Kopf darüber, was angeblich noch zu uns passt, manchmal eher mehr als weniger.

Das leuchtet mir nicht ein.


Auffälliger Schmuck verändert nicht nur ein Outfit

Eine große Kette kann ein schlichtes Kleid komplett verändern. Das habe ich im letzten Blogartikel ausführlich gezeigt.

Aber Schmuck macht noch etwas anderes.

Er kann beeinflussen, wie du dich selbst wahrnimmst.

Wenn du normalerweise sehr zurückhaltenden Schmuck trägst und plötzlich eine große farbige Kette umlegst, siehst du im Spiegel nicht nur ein anderes Outfit.

Du siehst dich selbst ein bisschen anders.

Vielleicht gefällt dir das überhaupt nicht. Dann nimmst du die Kette wieder ab.

Vielleicht schaust du aber auch zweimal hin.

Und denkst:

Interessant.

Mehr muss zunächst gar nicht passieren.

Du musst niemand anderes werden

Mir geht es nicht darum, dass du ab morgen riesige bunte Ketten tragen sollst.

Das wäre ungefähr so sinnvoll, wie allen Frauen denselben Haarschnitt zu empfehlen.

Ich finde nur, wir sollten unterscheiden zwischen:

„Das gefällt mir nicht.“

und

„Ich glaube, dass ich das nicht tragen kann.“

Das Erste ist Geschmack.

Beim Zweiten lohnt sich vielleicht eine Nachfrage.

Warum eigentlich nicht?

Wegen deines Alters? Deiner Figur? Deiner Haare? Weil dein Partner so etwas angeblich nicht mag? Weil deine Freundinnen anders aussehen? Weil du befürchtest, dass andere dich plötzlich wahrnehmen?

Oder weil du wirklich in den Spiegel schaust und sagst: Nein, das bin nicht ich.

Dann ist alles klar.


Vielleicht bist du heute eine andere als vor zehn Jahren

Das ist für mich inzwischen der spannendste Punkt.

Wir verändern uns.

Warum sollte unser äußeres Bild davon ausgenommen sein?

Vielleicht hast du jahrelang gedacht, Rot sei nichts für dich. Vielleicht trägst du seit Ewigkeiten dieselbe Art von Schmuck. Vielleicht hast du irgendwann entschieden, dass Muster, große Brillen, kurze Haare oder auffällige Ketten „nicht dein Ding“ sind.

Das muss heute nicht mehr stimmen.

Du brauchst dafür weder einen neuen Kleiderschrank noch eine komplette Typveränderung.

Probier etwas an.

Stell dich vor den Spiegel.

Und bevor du automatisch denkst: „Das kann ich doch nicht tragen“, gib dir zehn Sekunden.

Nicht: Was würde mein Partner sagen?

Nicht: Ist das altersgerecht?

Nicht: Was denken die anderen?

Sondern:

Gefällt mir, was ich da sehe?

Die Frau im Spiegel ist am Ende die einzige Person, die du morgens beim Anziehen wirklich fragen musst.

Und falls du dabei feststellst, dass du heute ein bisschen anders aussehen möchtest als die Frau, die du bisher von dir kanntest:

Dann könnte es sein, dass du gerade etwas über dich herausgefunden hast.

Wenn du ausprobieren möchtest, wie sich eine auffällige Kette für dich anfühlt, schau dich bei meinen bunten Ketten im Shop um.


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